Der Steinige Weg zum schlauen Telefon

Samsung Galaxy S Plus

Dieser Beitrag verstaubte mangels CMS

Bei dem Gerätewechsel stand dabei nicht im Focus, ob das SGS+ als Multimediea-Telefon geeignet war, das war es schon, sondern ob es für mich auch als PDA-Ablöser taugen würde. Out of the Box, das stellte sich schnell heraus, war es das für mich  nicht. Um es vorweg zu nehmen: Nur durch die Verwendung ausgewählter ‘Apps’ konnte ich mit Kompromissen, Lösungen für mich finden. Sogar einen brauchbaren  Kalender habe ich gefunden. Die Notizen sind nun für mich auch mit vertraulichen Informationen gut gelöst und die Kontakte sind es mit Abstrichen auch.

Der umgesetzte Plan:

Erste Erprobung unter der ausgelieferten Firmware 2.3.3 (Handhabung und diverse Apps)

  1. Firmwareupdate (FW 2.3.3 -> 2.3.6) und rooten des Gerätes

  2. Einrichten einer Prepaid Kreditkarte zum Kauf von Apps im Market

  3. Kauf und Installation der Vollversion von Titanium Backup zum Sichern des Systems  Systems.

  4. Backup Nr. 1 mit Titanium Backup

  5. Kauf und Installallation der Applikation B-Folders (Inclusive der Synchronisationssoftware für Ubuntu)

  6. Systembackup Nr. 2 mit Titanium Backup

  7. Datenimport der Kontakte und Notizen von Outlook -> B-Folders

  8. Backup Nr. 3 mit Titanium Backup

  9. Export ausgewählter Kalenderdaten aus Outlook als csv-file mit anschließendem Import im Google-Kalender

  10. Deinstallation von bloatware mittels Titanium Backup

Langes Vorwort

Lange nutzte ich einen PDA von Palm, dem einstigen Pionier dieser Geräten. Mit Palm habe ich Gerätegenerationen vom Palm Pilot 5000 bis zum Palm Treo Pro besessen. Für mich sind solide Eckdaten wichtiger als ein stylisches Multifunktionsgerät lässig auf den Tisch legen zu können. Darüber hinaus brauchte ich bisher für mein Mobiltelefon auch keine Internetflatrate (die dann letztlich auch keine ist) weil ich auch ohne Mobiltelefon den Großteil des Tages online bin und sich mein Online-Mitteilungsbedürfnis  für den Rest des Tages auch mit dem SGS+ in Grenzen hält.

Bis zum Palm Treo 650 hatten alle das Palm OS als Betriebssystem gemeinsam. Die Datenübernahme von einem auf das andere Geräte war bis dahin keine große Sache, die Akkustandzeit war mit 1-2 Wochen eher eine Nebensache und ein  Backup war schnell erledigt. Ich habe Geräte verloren und sie sind mir kaputt gegangen. Bis heute sind Teile des Datenbestandes auf das erste Gerät zurückzuführen. Auch waren die verloren gegangenen Geräte stets gesperrt und verschlüsselt - Das Gerät war damit zwar weg, der Finder konnte es aber nur noch zurücksetzen und sich höchstens über ein farbiges Display erfreuen statt über meine persönlichen Notizen oder Kalendereinträge.

Mit dem Treo Treo 650 brauchte ich plötzlich kein separtens Mobiltelefon mehr, ich hatte sogar eine kleine QWERTZ-Tastatatur mit der auch ich anfing SMS zu schreiben. Die Datenübernahme war noch immer kein Problem denn das Betriebssystem war auch hier noch ein das PalmOS, die lokale Synchronisationssoftware Hotsync und der Palm Desktop waren im Prinzip noch immer die gleichen geblieben. Der Treo 650 war imho mehr ein Organizer mit dem man auch telefonieren konnte, anstatt einem Mobiltelefon in das man auch Kalendereinträge machen konnte. Im Rückblick betrachtet war dieser Treo für mich das Gerät mit dem höchsten Nutzwert. So langsam ging es aber mit Palm den Bach herunter, das klassische PalmOS wurde vom neuen Besitzer der Firma im Prinzip fallen gelassen (die Anwendungen liefen nur simuliert in WebOS) und so stellte sich mir die Frage welches Gerät mit welchem OS es als nächstes werden würde.

Meine damaligen Alternativen:

Nokia

Für mich indiskutabel weil ich aus Bochum komme. Schön aber, dass es nun so ist wie es ist.

WebOS

Der Nachfolger von PalmOS. HP entwickelt das OS nicht mehr weiter. Imho ein interessanter Kern, nicht aber mehr.

Blackbarry (RIM)

Unter Android reicht mir ein einfacher Mailclient aus. Ansonsten habe ich keine weiteren Erfahrungen und eigentlich auch kein Interesse mehr an RIM. Im Nachhinein muss ich sogar sagen gut so.

Windows Mobile

Früher war eine Windows-Lösung auf Mobilgeräten für mich undenkbar. Mittlerweile hat sich das  geändert da hier zumidest noch eine lokal Synchronisation ohne Wolke möglich ist/war. Win 8 finde ich auch nicht soo schlecht auf Handys. Ganz im Gegensatz zu normalen Rechnern.

Android

Mitte 2010 war Android von den Marktanteilen her noch hinter Symbian. Mittlerweil ist Android mit Abstand der Marktführer und mein Interesse daran ist stetig gestiegen.

Von Palm zu Android

Für viele PalmOS-Nutzer war der Wechsel zu einem anderen System eine Herausfoerderung weil die Datenübernahme oft zu derben Problemen führte. Ich entschied mich die Daten zunächst in das weit verbreitete Outlook zu tranferieren. Für den Wechsel von einem Palm 650 zu einem Palm Pro wurde vom Hersteller ein Import der PIM-Daten von PalmOS zum Windows Mobile 6.1 angeboten. Von hier aus sollte ein Systemwechsel samt Datenübernahme später besser möglich sein, dachte ich zumindest. Da ich Outlook nicht als Mailclient sondern ausschließlich als einen aus der Not geborenen Container für meine lokalen Daten brauchte, schien mir das aus strategischen Gründen ein gangbarer Weg. Neben dem Total Commander, Videoschnitt und ein paar exotischen JAVA-Applets gab es für mich nun einen weiteren Grund meinen Rechner gelegentlich wieder mit Windows zu booten.

Gedanken zu den PIM-Daten

Mit dem Schritt vom lokal synchronisierten PDA zum SGS+ mit Android wird der Umgang mit den PIM-Daten ein anderer sein müssen. So viel war schonmal klar. Die Datensynchronisierung wird von Hause aus nicht mehr mit einem lokalen Rechner vorgenommen, sondern unter Android tendenziell in diversen Cloud-Diensten.

Mein Umgang mit den PIM-Daten unter Android

In meinem Fall ist es so, dass ich vertrauliche Daten gerade wegen dem Sicherheitsaspekt und der Menge an URLs und Notizen in meinem PDA abgelegt habe. Möchte ich später das Password für den Zugan X wissen, nutze ich die Stichwortsuche die dank meiner ‘eigenen Verschlagwortung’ schnell und einfach zu der gewünschten Information führt. Durch das verschlüsselte  Speicherformat, dem passwortgeschützten Zugang und dem bewußten Verzicht auf Cloud-Dienste war so bisher ein für mich vertretbarer Grad an Sicherheit gegeben.

Im Idealfall galt es die Daten des Kalenders, die Kontakte und  alle Notizen zu übernehmen. Besonders die Notizen würde ich keinesfalls (und schon garnicht unverschlüsselt) in einer Cloud oder sonst wo sich selber überlassen. Lieber hätte ich das Handy sofort wieder verkauft. Bei den Kontakten geht es nicht mehr unmittelbar nur meine persönliche Daten, sondern es geht auch um Daten die mir andere Personen anvertraut haben (Adresse, Telefonnummer, Notizen,...). Auch diese möchte ich sehr ungern einfach so irgendwo abspeichern. Bei den Kalenderdaten sehe ich das für mich nicht ganz so streng. Dieser wird sich in leicht zensierter Form bei Google einfinden und hier werde ich zukünftig auch synchronisieren. Auch habe ich weniger ein Problem damit, dass mein Standort oder eine abgefahrene Strecke auf einem Server von Google abgebildet werden kann. Das ist mein persönlicher Kompromiss.

Für Leute die mit ihrem Android-Smartphone nicht nur SMS schreiben, Fotografieren und Telefonieren, sondern es auch als PDA nutzen möchte, macht der eine oder andere Gedanke an die o.g. Datensicherheit meiner Meinung nach Sinn. Auch wer grundsätzlich lieber die Kontrolle über seine Daten behält, hat ‘out of the Box’ mit mit Android, so wie es ausgelierfert wird, vermutlich nicht die beste Infrastruktur.

Diese Lücke schließt bei mir die ‘App’ B-Folders. In Sachen Datensicherheit und Bedienkomfort erinnert mich B-Folders sogar an die guten alten Zeiten mit dem Palm. Ohne B-Folders hätte ich das SGS+ auch nach der ersten Testphase wieder verkauft.  Zu den Vorzügen dieser ausgezeichneten Applikation werde ich später einen eigenen Beitrag erstellen.

Das SGS+ ist also für mich wegen dem Android-OS keine unsympathische Variante eines  Smartphones. Googles Produkte funktionieren für mich erfahrungsgemäß gut.

Warum ich mich sonst noch für das SGS+ entschieden habe:

  • Das hochwertige Display

  • Der relativ günstige Preis

  • Breit gefächertes Angebot an Software

  • Die mögliche Einbeziehung von Ubuntu One für Schnappschüsse (Bilder)

  • Mailclient (MailDroid war vor der Version 2.39 sehr gut, mit 2.39 begann für mich der Murks und nun bereue ich den Kauf)

  • Verbesserte Standzeit des Akkus gegenüber den Vorgängermodellen

  • Mobile Positionsbestimmung und Navigationsmöglichkeit über GPS

  • Backupmöglichkeit über Titanium Backup (wenn des Gerät gerootet ist un man die Software gekauft hat)

  • Die Applikation B-Folders (Sicherheit)

  • Für meine Zwecke sehr gut geeignete Arbeitszeiterfassung

  • Hoher Verbreitungsgrad

  • Interesse an Android als OS

Upgrade der Firmware von Gingerbread 2.3.3 auf 2.3.6

Geliefert wurde das Gerät mit der Firmware Gingerbread 2.3.3. Aktuell war zu diesem Zeitpunkt 2.3.6. Nach ein paar Schnupperinstalationen der in Frage kommenden ‘Apps’ und ein wenig Experimentieren war mein Plan  zunächst die Firmware auf den aktuellen Stand zu bringen und danach das Gerät zu rooten. Ein gerootetes Gerät wollte ich haupsächlich aus zwei Gründen: Zum einen kann man so die unerwünschten bzw. aufgezwungenen Applikationen deinstallieren und last but not least möchte ich Systembackups mit Titanium Backup machen.

Ein Firmwareupgrade kann auf verschiedene Weisen durchgeführt werden. Ich entschied mich leider zunächst für die vom Hersteller  vorgesehene Variante über die PC Synchronisations-Software KIES. Diese schien mir das geringste Risiko zu bergen und die Herstellergewährleistung ging damit auch nicht  verloren.

Kies kann von Samsung kostenlos heruntergeladen werden und ist mit 88.6 MB alles andere als ein Leichtgewicht. Kompatibel soll es z.B. mit Windows XP (ab SP3, .Net 3.5, ...) und auch mit Windows 7 sein. Auf drei unterschiedlichen XP-Architekturen, welche alle geforderten Anforderungen erfüllten, konnte durchweg keine Verbindung zum Gerät über USB hergestellt werden. Bei den anschließenden Recheren erfuhr ich, dass ich damit bei weitem nicht alleine war.

Ein paar Links dazu:

imho repräsentativer Forenthread:

http://androidforums.com/samsung-galaxy-s/119263-problem-samsung-kies.html

Hilft zwar auch nicht, dafür mit aussagekräftigen Links:

http://onsoftware.softonic.de/verbindungsprobleme-mit-samsung-kies-losungen-und-tipps 

Man beachte die Anzahl der Threads:

http://www.android-hilfe.de/kies-probleme-loesungen-fuer-samsung-galaxy-s/33670-kies-probleme-loesungen.html

Im letzten Versuch gelang mir auf einem Netbook mit Windows 7 eine träge Verbindung. Als erstes schlug mir Kies das Upgrade vor, was ja auch mein eigentliches Ziel war. Mit einem mulmigen Gefühl bejahte ich die Option das Upgrade sofort durchzuführen, denn der Akku war voll und die Internetverbindung schnell. Nachdem Kies die aktuelle Firmware heruntergeladen hatte, erschien mit dem Hinweis das Kabel auf keinen Fall abzuziehen der Transferbalken, der den Fortschritt der Übertragung auf das Gerät darstellen soll. Als sich dieser  auch nach zwei Stunden nicht mehr über die drei Prozent bewegte, war es an der Zeit einen Blick in den Taskmanager zu werfen. Die Anwendung ohne Rückmeldung war… KIES. Das USB-Kabel traute ich mich noch immer nicht abzuziehen und so beendete ich erstmal diesen Zombie-Prozess. Beim nächsten Versuch erkannte Kies zumindest den vorangegangenen Fehlschlag und startete die sog. Notfallwiederherstellung. In diesem Anlauf scheiterte KIES erneut an der drei Prozent-Hürde. Das Resultat war ein unbrauchbares Gerät ohne Betriebssystem und ein ordentlich erhöhter Blutruck. 

Vermutlich hätte ich nun nur noch das Flashen mit Odin versuchen können:

http://www.android-galaxy.info/anleitungen/galaxy-ace-auf-android-2-3-3-flashen/

In Eigenregie wollte ich nun aber weder weitere Zeit, noch Mühe investieren, schließlich hatte ich mich an die Spielregeln gehalten. Bei der Hotline von Samsung schilderte ich kurz den Fall worauf man mir die Telefonnummer der Bitronic Service Line GmbH (Samsung Mobile Reparaturcenter) für die anstehende Neuinstallation gab. Auch der Hinweis mich nochmal beim Händler zu melden kam, denn der wäre jetzt eigentlich zuerst mein Ansprechpartner gewesen. Ich hatte das Gefühl bei Samsung kompetent beraten worden zu sein. Nach dem anschliessendem Anruf bei Bitronic habe ich mich ebenfalls hervorragend abgeholt gefühlt und so konnte das Gerät wie folgt versandfertig machen:

  • SIM + SD-Karte entfernen

  • Keinen Akku mitschicken

  • Gehäusedeckel soll auch nicht mit in das Paket

  • Kurze Fehlerbeschreibung ggf. mit Hinweis auf Lieferadresse des fertigen Gerätes, IMEI und Seriennummer des Gerätes, Vorteilhaft: eigene E-Mail-Adresse und wie bei mir ein Hinweis darauf, dass eine Datenrekonstruktion nicht nötig ist.

Im Prinzip kam also nur das Handy ohne jegliches Zubehör in ein von mir gut gepolstertes Paket für 6,90 Euro. Damit war die Sendung versichert und ein zügige Abwicklung war mir das Wert. Bevor das Paket nun zur Post ging versicherte ich mich telefonisch noch bei Amazon davon, dass die anstehende Vorgehensweise die korrekte sei, dass das Ganze im Rahmen der Gewährleistung erfolgt und ich keinen Umtausch oder ein Ersatzgerät benötige. Wie bei Amazon üblich funktionierte das ebenfalls reibungslos.

Wer sich die IMEI des Gerätes nochmal notiert, kann den Reparaturstatus auf der Homepage von Bitronic verfolgen und bei der Angabe der E-Mail-Adresse in der Fehlerbeschreibung wird man auch über den Versandzeitpunkt informiert. In der E-Mail ist auch der Link für die Sendungsverfolgung bei DHL enthalten.

So wurde ich nach wenigen Tagen per E-Mail darüber informiert, dass das reparierte Gerät kurz vor der Auslieferung stand. Noch am gleichen Tag konnte ich es mit der aktuellen Firmware in tadellosem Zustand in Empfang nehmen.

Fazit zum Firmwareupgrade wie es bei mir abgelaufen ist

Der Kundendienst von Samsung, der Bironic Service GmbH und der von Amazon ist sehr gut.
Zu Kies (der Synchronisationssoftware von Samsung): Selbst wenn die USB-Verbindung irgendwann durch das Zusammentreffen bestimmter Zustände und Umstände etabliert werden kann, bleiert KIES selbst auf meinem leistungsstärksten Rechner träge dahin und dann ist noch längst nicht aller Tage Abend. Kies ist meiner Meinung nach eines der ************ Softwareprodukte das je auf meiner Festplatte abgeladen wurde. Eine Suche nach ‘Kies + Problem’ zeigt die Richtung die ich meine. Warum ist es Samsung nicht möglich dem Kunden eine  Anwendung mit nur einem Knopf an die Hand zu geben die nichts anderes macht als die Firmware auf dem aktuellen Stand zu bringen? Sehr viele Kunden würden darüber vermutlich freuen.

SGS+ rooten

Ob rooten oder nicht muss jeder halt selber für sich klären. Nach folgender Anleitung war das schnell erledigt:

http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=1253707

Vorteile dieser Methode:

  • Keine externe Software nötig

  • Man benötigt nur zwei files. Zum rooten kopiert man nur Root-i9001-Signed.zip auf die interne SD-Card, zum unrooten macht man das gleiche mit UnRoot-i9001-Signed.zip

Besonders praktisch finde ich hier die Möglichkeit, dass das Arbeiten als root genauso einfach und schnell wieder rückhängig gemacht werden kann.

Erwerb von Applikationen aus dem Market

Für ausgewählte Software bin ich selbstverständlich bereit Geld in die Hand zu nehmen und für Android kosten die Applikationen nur wenige Euro. Im Market von Goole bekommt man  alles aus einer Hand und leider gibt es für mich hierfür z.Zt. keine Alternativen.  Aus unterschiedlichen Quellen möchte ich mir die passenden ‘Apps’ nicht zusammensuchen müssen. Daum für mich die Vorteile im Market:

Leider kann man im Market nur mit Kreditkarte bezahlen. Meine Kreditkartennummer werde ich aber weder Google, noch anderen Internetanbietern mitteilen. -Zumindest nicht die meiner ‘normalen’ Kreditkarte.

Mangels Alternativen habe ich mir deshalb die virtuelle prepaid Mastercard Wirecard  zugelegt.

Vorteile:

  • Keine laufenden Kosten

  • Überschaubares Risiko weil prepaid

Bis der überwiesene Betrag dem Kreditkartenkonto gutgeschrieben war, vergingen bei mir fünf Werktage plus einem Wochenende. Das finde ich eigentlich noch in Ordnung. Recherchen im Internet zeigen, dass es aber auch mal länger dauern kann. Jedenfalls finde ich die Konditionen  sehr fair und das Risiko für Internetzahlungen hält sich damit fortan für mich in Grenzen. Demit ist für mich der Nutzwert hoch.

Der Kalender

Nach erfolgreichem Import der Kalenderdaten von Outlook über CSV in den Kalender von Google und damit auch über die Synchronisierung in den Kalender des SGS+ war die Ernüchterung groß. Bei jeder Stichwortsuche hängte sich der Kalenderprozess auf. Ich vermute deshalb, weil mein Datenbestand relativ groß ist und bis in das Jahr 1995 reicht. Darüber hinaus ist die Bedienung und der Funktionsumfang des Standardkalenders derart rudimentär, dass ich sofort nach Alternativen Ausschau hielt. Fündig wurde ich beim Business Calender. Das klare Design, die Übersicht und die Bedienung passt sehr gut zu den hervorragenden Kalendern die ich vorher gewohnt war. Wenn hier die Stichwortsuche auch nur vom aktuellen Datum aus gesehen genau ein Jahr in der Vergangenheit reicht, so funktioniert diese, davon mal abgesehen, sehr gut und schnell. Mehr braucht man eigentlich nicht und ein paar Euro war mir die Sache Wert. Bezahlen konnte ich ja nun im Market und damit war nach der Deaktivierung des Standardkalenders mit Titanum Backup das Thema Kalender zu meiner vollen Zufriedenheit abgehakt.

B-Folders

B-Folders kann als uneingeschränkte 30-Tage-Testversion installiert werden.  Die ‘App’ für das Handy bekommt man im Market, die Synchronisationssoftware auf der Seite der Programmierer. Aber anders als sonst kann man im Market die ‘App’ nicht kaufen. Das wird über die website des Anbieters in Form eines Registrationsschlüssels abgewickelt. An Zahlungsarten wird u.a. auch paypal angeboten. So habe ich mir für 23,23 Euro das für mich wichtigste Softwarepaket auf meinem Androiden geleistet (Update: Auch 2014 habe ich für knapp 19 Euro das Update auf die Desktopversion 4.x gemacht und das nicht bereut). Man braucht keine Kredikarte für den Kauf, was ich an sich schon sehr beispielhaft finde. Wählt man paypal als Zahlungsmethode aus, gibt man am besten im Bestellformular seine E-Mail-Kontaktadresse von paypal an. An diese wird kurz nach der Zahlung der Registrierungsschlüssel geschickt. Der Schlüssel braucht dann nur noch in der Desktopsoftware unter xxx -> xxx eingeben xxx werden und schon ist man im Besitz von B-Folders.

Was ich seiner Zeit an B-Folders besonders schätzte:

Möglichger Import aus Palm Desktop

Telefonieren und die Sache mit der eingebauten Kontaktliste

Waren für mich nun augenscheinlich die größten Hürden genommen, wollte ich auch langsam das Gerät zum Telefonieren nutzen. Zum Glück waren bereits alle Kontakte in B-Folders organisiert, denn nach einem etwas tieferen Blick in die von Haus aus mitgelieferte Kontaktliste machte sich abgrundtiefe Ernüchterung breit. Da wären die von Google+ importierten Gruppen mit den Accounts anderer G+Nutzer, die aber nur in der ‘Nicht zugewiesenen Gruppe’ auftauchen und dort auch stur verbleiben. Die fehlende Stichwortsuche in den Kontakten die alle nur ein einzeiliges Notizfeld haben und keine Möglichkeit aus der Verlaufsliste einen Eintrag in so etwas Trivialem wie einem ‘Telefonbuch’ zu erzeugen. Ich will auch keine Kontakte verknüpfen weil das Googleprofil dann die höchste Priorität erhält und auch nicht irgendwelche Aktivitäten teilen. Ein popeliges Telefonbuch bzw. eine Kontaktliste die mir bei einem eingehenden Anruf anzeigt, wer da ist und aus der ich mich ggf. zum Anrufen bedienen kann war schon zu viel verlangt. Letztendlich habe ich die Handvoll Leute, mit denen ich am häufigsten telefoniere nur mit der jeweiligen Telefonnummer von Hand angelegt, nichts ‘verknüpft’ und den Rest der ‘Features’ so weit es ging entsorgt. Hier und da kam auch noch ein Foto zu den händisch angelegten ‘Kontakten’ und fertig.

Kleiner Nachteil von B-Folders

Die eigentliche Kontaktliste wird gekapselt mit B-Folders organisiert. Im Sinne der Sicherheit ist das genau richtig so. Obwohl man aus B-Folders heraus die hinterlegten Kontakte direkt anrufen kann (auch E-Mails gehen), hat das auch den Nachteil, dass eingehende Anrufe nicht mit den in B-Folders hinterlegten Telefonnummern abgeglichen werden. So wird z.B. nicht angezeigt, dass mich gerade ‘Max Mustermann’ anruft, obwohl seine angezeigte Telefonnummer mit der in B-Folders übereinstimmt. Dieser Umstand ist für mich z.Zt. einer der größten Nachteile von B-Folders. Das nehme ich aber in Kauf, denn unter dem Strich überwiegen für mich deutlich die Vorteile.

Lautlos ist nicht kein Ton

Manchmal sind einfache Lösungen für einfache Aufgaben einfach besser. Mit besser meine ich auch alltagstauglich weil oft genutzt. Wollte man beim Treo z.B. das Gerät auch sämtlichen Signalkanälen auf lautlos stellen, konnte man das mit einem am Gehäuse angebrachten, kleinen mechanischen Schieber erledigen. -Nach einer beiläufigen Bewegung mit dem Zeigefinger hielt  das Gerät sofort seinen Rand. Auch Iphones haben diese technische Rafinesse bis heute.  Samsung war das wohl zu trivial. Denn selbst wenn ich das Gerät entsperre und dann über das ‘globale Settingsmenue’ die Option Lautlos aktiviere’ ist längst noch nicht Ruhe.

Und so kam es wie es Nachts kommen mußte mit dem schlauen Telefon: Lautlos, wlan aus, Datenpakete und Telefon aus fängt das Teil nachts an zu vibrieren um mir zu sagen, dass der Akku nun voll geladen ist. Mit dem Kopf daneben liegend dachte ich, ich sei im falschen Film. Tatsächlich ist das ein Feature von dem ich noch nichts wußte und von dem ich mich in Notwehr dadurch getrennt habe, dass ich das haptische Feedback (also die Vibrationsintensität),  zusätzlich zu der Option Vibration->Nie auf Null gesetzt habe. Da an meinem Mobiltelefon ohnehin nichts rappeln oder brummen soll, ist das nun erstmal ok für mich. Im Stummodus würden sonst auch weiterhin eingehende SMS und E-Mails angbrummelt weden. Nun hätte man wieder für sowas eine App installieren können oder mit einem gerootetem Gerät Systemdateien verschieben können..., -Wie nervig ist das denn für so einen trivialen Wunsch?

Auch der Wunsch auf das laute Geklimper während der Bootanimation per Option in den Systemsettings verzichten zu können ist ebenfalls schon zu viel verlangt. Abhilfe soll hier wieder eine zusätzliche App schaffen oder an gerooteten Geräten das Löschern bzw. Umbenennen der entsprechenden Tondatei. Alternativ kann man auch alle Systemklänge ausschalten. Das ist nur etwas unpraktisch weil danach alles wieder Stumm ist solange man sie nicht wieder einschaltet. Weil ich es zumindestens gut finde an meinem gerooteten Gerät überhaupt manipulieren zu können, habe ich mich für imho etwas unsaubere Umbenennung entschieden. Daher 'einfach' den gekauften und installierten Root Explorer genutzt, system/etc kurzfristig beschreibbar gemacht und system/etc/PowerOn.wav umbenannt. ‘So einfach ist das wenn man auf das Geklimper verzichten mag’.

 

Link zum Ton beim Systemstart:

http://www.android-hilfe.de/root-hacking-modding-fuer-samsung-galaxy-s-plus/150221-bootvorgang-startmelodie-unterbinden.html

 

Fazit

Das SGS+ und Android 2.6 ist bzw. war für mich längst nicht der Weisheit letzter Schluss.

Out of the Box bieten Android sehr sehr wenig als seriöser PIM, dafür aber mehr als multimediale Daddelkiste. Nur durch den Erwerb von Zusatzsoftware sind Funktionalitäten wie der Kalender und Notizen gut bis sehr gut nutzbar. Nur gerootet kann ich dem Gerät ‘Manieren’ beibringen und  die Kontrolle über grundlegende Funktionen gewinnen. Die Kontakte hingegen bleiben unter Android imho uterirdisch, ohne das man die Möglichkeit hat dies durch den Kauf einer entsprechenden App verbessern zu können.

An die virtuelle Tastatur auf dem Display konnte ich mich langsam gewöhnen. Das haptische Feedback eines echten Knopfes fehlte mir anfangs mehr als ich dachte. Weil ich aber das große Display auch klasse finde, ist das halt der Preis.

Triviale Dinge wie einfach mal schnell ‘wirklich Lautlos’ schalten gibt/gab es nicht, und wenn, dann nur mit Abstrichen und dann auch nur umständlich zu erreichen. Nichteimal die Vibration hat man per einfacher Option gänzlich unter Kontrolle. Wenn derart banale Dinge schon nicht auf Anhieb funktionieren dann ist das für mich i.d.R. schon am Anfang einer Kaufentscheidung ein klares Auschlusskriterium. Aus den vorher von mir gelesenen Rezensionen ging sowas kaum hervor und die technischen Eckdaten fand und finde ich eigentlich ganz ok. Als das Gerät dann tatsächlich da war, in den Optionen überall ‘Mach leise’ angehakt war und das Ding noch immer Plärrte, war der Point of no Return schon überschritten und im Prinzip geht es ja nun nach etwas Aufwand. Bei sowas reicht mir ‘im Prinzip’ aber eigentlich nicht aus.